Landwirte können ohne größeren Flächenverlust die Zahl der Feldlerchen erhöhen. Fotos: BASF

BASF fördert Biodiversität

Innovationen für künftige Generationen

Die Transformation zu einer nachhaltigen Landwirtschaft macht sich BASF zum ureigenen Ziel. Sie beginnt mit Veränderungen in der Art, wie Land bewirtschaftet wird, und reicht bis zur Wertschätzung, die Verbraucher den Lebensmitteln entgegenbringen.

BASF wird von der Vision geleitet, in 25 Jahren die Transformation zu einer nachhaltigen Landwirtschaft geschafft zu haben. Landwirte erzielen dann sichere Erträge bei geringerer Belastung der Umwelt und stoßen weniger CO2 pro Tonne produzierter Proteine aus. Die Artenvielfalt ist reicher als heute und die Verschwendung von Lebensmitteln ist minimiert. Die Basis dafür liefert eine innovationsfreundliche Landwirtschaft, die wissenschaftliche Erkenntnisse umsetzt und damit auf Anerkennung in der Bevölkerung stößt.

Grundinteresse an Nachhaltigkeit

Noch vor wenigen Jahren war das Thema Nachhaltigkeit zwar bereits in aller Munde, doch oft nur ein Lippenbekenntnis oder ein notwendiges Übel. Für die Landwirte ist das Thema allerdings gar nicht neu, weil sie über Jahre hinaus auf und mit „ihrer Scholle“ arbeiten und davon leben müssen. Das Denken in Generationen ist weit verbreitet und ein Bewusstsein für Themen wie Biodiversität, Gewässerschutz oder Bodengesundheit längst vorhanden. Landwirte haben also ein Grundinteresse, nachhaltig zu arbeiten – und das sollte man auch nicht in Frage stellen. Trotzdem braucht es einen Transformationsprozess in der Landwirtschaft. Globale Herausforderungen wie das Bevölkerungswachstum, der Klimawandel, das Artensterben oder der Schutz natürlicher Ressourcen führen zu einem Paradigmenwechsel. Die Landwirtschaft wird aber nicht nur durch diese Trends beeinflusst, sondern sie treibt aktiv durch eigene Lösungen diesen Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft für zukünftige Generationen voran.

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Suche nach der richtigen Balance

Es gilt also, die richtige Balance zu finden zwischen Produktion einerseits und Klima- und Umweltschutz andererseits. Hierfür kommt neben Landwirten und Politik auch der Agrarindustrie eine wichtige Rolle zu. Die forschende Industrie investiert in innovative Pflanzenschutz- und Saatgutlösungen, Züchtungstechnologien oder digitale Tools. Hinzu kommt das Engagement für Maßnahmen zur Förderung von Biodiversität, die in die jeweilige landwirtschaftliche Praxis integriert werden. BASF hat bereits 2013 das FarmNetzwerk Nachhaltigkeit in Zusammenarbeit mit Landwirten, Natur- und Umweltorganisationen sowie Forschungsinstituten gegründet. Es ist in Deutschland auf mittlerweile 55 Betriebe mit mehr als 85.000 ha Fläche angewachsen. Hier werden praktische und regional angepasste Lösungen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt und ihr Erfolg von externen und unabhängigen Experten in jährlichen Monitoring-Berichten bewertet. Die bisherigen Ergebnisse sind beeindruckend. So hat sich die Zahl der Spinnen und Laufkäfer, darunter auch bedrohte Arten, deutlich erhöht. Der Bestand an Vögeln in der Agrarlandschaft hat ebenfalls messbar zugenommen. Schließlich locken die mehrjährigen Blühstreifen etliche Wildbienen-Arten an. Unser aller Ziel muss es sein, mehr Biodiversitätsmaßnahmen in die landwirtschaftliche Fläche zu integrieren. Allerdings müssen solche von der Gesellschaft geforderten Leistungen auch attraktiv für Landwirte sein. Um die Biodiversitätsflächen in der Agrarlandschaft langfristig zu steigern, ist die Finanzierung von umgesetzten Maßnahmen ein entscheidender Faktor.

„Bei der konkreten Umsetzung der Projekte verschwindet das Schwarz-Weiß-Denken.“

Markus Röser

Foto: BASF

Liste mit zehn konkreten Maßnahmen

Wegweisende Lösungen dafür sind von den Landwirten des FarmNetzwerks, Experten von Natur- und Umweltschutzorganisationen sowie Fachleuten der BASF in Workshops erarbeitet worden. Eine „Checkliste Biodiversität“ umfasst zehn konkrete Biodiversitätsmaßnahmen, die ökologisch wertvoll und gleichzeitig praxistauglich sind – von mehrjährigen Blühflächen, Ackerrandstreifen, Brachen mit Selbstbegrünung bis zu Feldlerchenfenstern.

Messbare Ziele für die nächste Etappe

Auch künftig will BASF den Weg zu mehr Nachhaltigkeit weiter unterstützen und hat sich dafür bis zum Jahr 2030 messbare Ziele gesetzt. Bis dahin sollen in Deutschland auf 10 Prozent der Ackerfläche vernetzte Biodiversitätsflächen installiert sein, ohne die Erträge zu verringern oder mehr Flächen als heute vollständig aus der Produktion zu nehmen. Gleichzeitig soll die Effizienz der Erzeugung deutlich steigen und der CO2-Ausstoß pro Tonne Ernteertrag um 30 Prozent sinken. Um diese Ziele erreichen zu können, müssen Landwirte aber die Kosten ihrer Aktivitäten für mehr Biodiversität decken können oder – im günstigen Fall – sogar zusätzliches Einkommen damit erzielen. BASF bietet dafür zwei unterschiedliche Ansätze, um Landwirte auf dem Weg zu einer besseren Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie zu unterstützen.

Nachhaltig engagiert

Wenn Markus Röser die Bedeutung von Amphibien und Springschwänzen erklärt, ahnt nicht gleich jeder, dass BASF sein Arbeitgeber ist. Sattelfest ist er auch auf Bauernversammlungen, wenn er den Nutzen von Lerchenfenstern oder Blühmischungen betont. Dabei ist ihm das Interesse für Biologie nicht in die Wiege gelegt. Der 1969 geborene Odenwälder hat zwar in der Kindheit gerne die Ferien auf dem großväterlichen Bauernhof verbracht. Doch die beruflichen Perspektiven entwickelten sich fernab der Scholle. Der gelernte Industriekaufmann hat nach einem betriebswirtschaftlichen Studium zunächst in der Spezialchemie und der Unternehmensberatung gearbeitet. Erst mit Eintritt in die BASF im Jahr 2012 landete Röser im Zentrum der Landwirtschaft. Seither widmet sich der Kommunikationsexperte auf dem Limburgerhof der Nachhaltigkeit in der Agrarerzeugung. Seit Anfang an betreut Röser auch die Kommunikation rund um das FarmNetzwerk Nachhaltigkeit, das 2012 in Quellendorf in Sachsen-Anhalt aus der Taufe gehoben wurde. Dort wird seither auf einem mehr als 10.000 ha großen Betrieb gezeigt, wie sich Artenvielfalt bei Erhalt von möglichst viel produktiver Fläche fördern lässt. Das gleiche Ziel besteht für zwei weitere Großbetriebe des FarmNetzwerks in Brandenburg und Thüringen. Die Vernetzung von Naturräumen in einer klein strukturierten Agrarlandschaft wiederum wird seit 2016 in einem Gemeinschaftsprojekt in der Südpfalz untersucht. Bei der konkreten Umsetzung dieser Projekte hat Röser in den vielen Jahren nie das „Schwarz-Weiß-Denken“ erlebt, das so häufig die agrarpolitische Debatte prägt. „Bei Nachhaltigkeit geht es nicht um klein versus groß, konventionell versus ökologisch oder modern versus idyllisch. Wenn wir als gemeinsames Ziel eine höhere Nachhaltigkeit anstreben, verschwinden diese Gegensätze“, weiß Röser. Er ist persönlich davon überzeugt, dass sich eine effiziente und moderne Landwirtschaft mit Artenvielfalt und Naturschutz verbinden lässt.

Verbraucher zahlt Biodiversitätsprämie

Eine Möglichkeit ist die Finanzierung von Biodiversität entlang der Wertschöpfungskette, bei der Verbraucher eine Biodiversitätsprämie auf ein nachhaltig produziertes Endprodukt zahlen. Diese Prämie wird entlang der Wertschöpfungskette verteilt, wobei Landwirte den größten Anteil erhalten, um weitere Biodiversitätsmaßnahmen umsetzen zu können. „Lerchenbrot“ ist hierfür ein gutes Beispiel. Landwirte legen Biodiversitätsmaßnahmen wie Lerchenfenster im Winterweizen an. Das geerntete Getreide wird gemahlen und geht als „Lerchenmehl“ an eine Bäckerei. Diese backt daraus ein „Lerchenbrot“ und verkauft es mit einem Aufschlag von rund 10 Cent pro 750 Gramm an den Verbraucher. Für den Landwirt bedeutet das einige Hundert Euro pro Hektar mehr, die er wieder in die Umsetzung von weiteren Biodiversitätsmaßnahmen investiert. Die zweite Möglichkeit der Finanzierung ist die Förderung von Biodiversitätsmaßnahmen über das Loyalitätsprogramm der BASF. Hier sammeln Landwirte Punkte, die sie anschließend in verschiedene Biodiversitätsmaßnahmen umwandeln können. Zur Wahl stehen Maßnahmen aus der „Checkliste Biodiversität“. Wählt ein Landwirt eine der möglichen Biodiversitätsmaßnahmen, so bekommt er die Umsetzung dieser Maßnahmen finanziell unterstützt.

Bewältigung der Knappheit

Mit solchen Ansätzen will BASF ihr ambitioniertes Ziel erreichen, bis 2030 die vernetzte Biodiversitätsfläche auf 10 Prozent ohne Ertragsverlust und Verlust von Ackerfläche zu erhöhen. Denn die Herausforderungen sind gewaltig. Land auf der Welt für Menschen und Landwirtschaft wird knapper und knapper. Und Landwirte müssen auf ihren knapper werdenden Flächen nach wie vor gesunde Lebensmittel wirtschaftlich produzieren können. Wenn sie gleichzeitig knappe Ressourcen wie Wasser, Boden oder Biodiversität schützen, kann die Transformation der Landwirtschaft gelingen.

VON MARKUS RÖSER, LEITER DER KOMMUNIKATION NACHHALTIGKEIT, AGRICULTURAL SOLUTIONS, BASF