Die Landtechnik-Revolution

Klein, leicht, smart

Ein neues Konzept von Landmaschinen etabliert sich im Markt

Olaf Deininger
Chefredakteur Agrar-Medien

Maschinen, die keine Menschen mehr zum Arbeiten brauchen. Manchmal auch gar kein Tageslicht. Geräte, die selbst entscheiden, wann es nötig ist, etwas zu tun. Was wir damit gerade erleben, ist der Übergang von der industriellen zu einer intelligenten Landwirtschaft.

Editorial

Die Grundkonzepte der Landtechnik verändern sich

Größer, stärker, breiter: Bis vor Kurzem ging es in der Landtechnik hauptsächlich darum. Und das hatte seine Vorteile:

Immer kleinere Zeitfenster für Ernte und Bearbeitung konnten zumindest teilweise ausgeglichen werden. Die teure Ressource Mitarbeiter wurde besser genutzt. Etwa durch größere Arbeitsbreiten. Doch diese Prinzipien brachten auch Probleme mit sich. Zunehmende Bodenverdichtung etwa. Und sie ließen Spiralen in die falsche Richtung entstehen: größere Bodenverdichtung, die wiederum tieferes Pflügen notwendig machte, was wiederum stärkere und schwerere Maschinen brauchte, was erneut für größere Bodenverdichtung sorgte – und der Kreislauf ging von vorne los. Nun stehen wir vor einer Veränderung: Eine neue Art von Technologie ermöglicht ganz anderes Arbeiten. Maschinen, die keine Menschen mehr brauchen. Manchmal auch gar kein Tageslicht. Geräte, die selbst entscheiden, wann es nötig ist, etwas zu tun. Kleine Geräte, die auch alte, unrentabel gewordene Verfahren, wie etwa die Bekämpfung einzelner Unkrautpflanzen oder das mechanische Ablesen von Schädlingen, wieder lohnend machen. Maschinen, die wir mit dem Strom der Scheunen- oder Stalldächer laden können. Was wir damit gerade erleben, ist der Übergang von der industriellen zu einer intelligenten Landwirtschaft. Und die ist geprägt von weit weniger Ressourceneinsatz, größerer Nachhaltigkeit, vernetzten Energie-Systemen. Ein Schritt in die richtige Richtung. Von einer Technik, die kleiner, leichter und smarter ist, berichten wir in diesem Report – und zeigen, wie diese neuen Geräte aussehen, was sie können und welche Investitionen nötig sind. Ich möchte nicht behaupten, dass diese Maschinen alle unsere Probleme in der Landwirtschaft lösen. Aber sie können einen wichtigen Beitrag leisten.

Artikel teilen